Bist Du entspannt und hängst vor dem Smartphone ab und fühlst dich dabei wohl – oder hängst du in Wahrheit  unzufrieden rum und weißt nichts mit dir anzufangen?

Ich kann zufrieden und unzufrieden abhängen. Mal mit und mal ohne Smartphone – das natürlich auch durch den Fernseher, eine belanglose Zeitschrift etc. ersetzt werden kann.

Vor allem suche ich dann nach Ablenkung, wenn mein Gedankenkarussell wieder Gas gibt. Dann klicke und blättere ich ganz wild und werde immer unzufriedener, weil: unproduktiv, sinnlos, begrenzte Lebenszeit usw.

Ist dann aber so.

Solange bis der Umkehrschwung kommt.

Heute kam er in Form von Farben. Ich hing nur rum und mein Blutdruck war wieder super niedrig. Wollte und konnte aber nicht gepflegt abhängen – ich wollte etwas auf die Reihe bekommen und keinesfalls akzeptieren, dass Ruhe gerade besser sein könnte.

Stattdessen raffte ich mich zu einem Spaziergang auf.

Der Impuls, der mich dann richtig erwischt und meine Energie wieder gelöst hat, waren die knalligen Farben. Das Lila der Blüten in den Bäumen, die pinken Bougainvillen und der weiße duftende Jasmin – hammerkräftige Farben und Düfte. So intensiv, dass ich das Gefühl hatte, die Luft vibriert um diese Pflanzen herum. Wo nehmen die nur diese Intensität und diese Kraft her? Was hat der liebe Gott sich dabei gedacht?

Sie leuchten und strahlen jeden Tag und auch nachts verlieren sie ihre Farbe nicht. Sie leuchten solange – bis sie sich aufgrund ihres natürlichen Rhythmus verändern und trockener und schrumpeliger werden, abfallen, verschwinden um dann wieder neu zu entstehen.

Sie haben ganz klar ihren Rhythmus, der einfach so ist.

Sie streben nach Wachstum und Licht.

Das inspiriert mich.

Vielleicht könnte ich auch meinen Rhythmus besser wahrnehmen, wenn ich diesem Streben nach Wachstum und Licht alles andere unterordne? Wenn ich das ganz klar für mich definieren und priorisieren würde, dann gäbe es vielleicht kein Rumgeeiere mehr, weder auf dem Sofa noch ansonsten.

Bisher fällt mir das nicht so leicht, das Committment dafür einzugehen. Im Yoga geht es sehr viel um das Committment, die Selbstverpflichtung – um dienliche Gewohnheiten zu etablieren.

Immer wieder fange ich an morgens früh aufzustehen und Ingwertee, Japji lesen, Yoga zu machen. Dann läuft der Tag rund und ich habe meinen Rhythmus.

Und trotzdem höre ich immer wieder auf damit und komme aus dem Rhythmus. Ganz klarer Fall von Karma. Ich setze die Ursache und die Konsequenz ist das Rumgeeiere.

Gut erkannt, oder? Und was jetzt? Natürlich gibt es Gründe, warum ich mit der Morgenroutine aufhöre, z.B. wenn wir Besuch für 2 Wochen haben – dann läuft hier alles anders. Und weil es hier so schön ist haben wir oft Besuch.

Dann gibt es noch die Erklärung, dass in Spanien alle so spät ins Bett gehen und länger schlafen, dass die Nacht einfach schlecht war usw.

Wunderbar viele Gründe, dann könnte ich also aufgeben – oder dran bleiben.

Wenn Ihr mich kennt, wisst Ihr, dass aufgeben keine Option ist.

Also bleibe ich dran. Immer wieder und wieder – die Herausforderungen sind dazu da um daran zu wachsen.

Also stelle ich mir wieder für morgen früh den Wecker und denke an die pinke Bouganville und hüpfe dann hoffentlich aus dem Bett!!

Natürlich ohne krank zu sein und ohne meinem wachen Schlafschweinehund nachzugeben. Ich werde meinen knalligen Turban ehren und ein feines Morgensadhana machen – den knalligen Turban trage ich jetzt schon; weiterer Schritt mich an mein Committment zu erinnern, dazu gibt es wann anders mehr…

Keep up! ist das Mantra des Wassermannzeitalter. In meinen Worten bedeutet es: gib nicht der Hypnose und Bequemlichkeit nach, komm in die Gänge und verändere Deine Frequenz!