Ich mache viel! Und inzwischen lasse ich auch viel!

Zusammenfassend gesagt, verändere ich gerade sehr viel – weil ich ganz klar den Impuls dazu spüre und mich nicht dagegen wehren möchte.

Ich habe Lust auf Leichtigkeit und Licht, auf Freude und positive Energie – auf die Entdeckung von Unbekanntem im Inneren und im Außen.

Diese Lust hat so eine starke Antriebskraft entwickelt und rief mich so laut, dass meine Familie und ich ziemlich spontan im August 2017 nach Spanien ans Meer gezogen sind.

Bis zum Mai 2017 wollte ich eigentlich nach Lissabon ziehen und alles schien sich so zu fügen, dass unsere Kinder dort im August 2017 zur Schule angemeldet werden sollten.

Dann zeigte sich aber ein anderes Ziel: Spanien.

Für mich war so klar, dass ich Deutschland verlassen wollte, dass mir auch Spanien recht war.

Wir legten folgende Präferenzen fest und schauten auf die Landkarte. Wir wollten: Meer, keine Großstadt, internationale Schule. Dadurch wurde klar, dass nur Alicante mit der europäischen Schule neue Heimat werden konnte. Also schauten wir uns diese Stadt 3 Tage an. Der Eindruck am Tag war okay, die Träume in der Nacht eindeutig. Wir fingen an über das Internet in der Nähe der Schule ein Haus zu suchen, inserierten unser Haus zur Vermietung und teilten Familie und Freunden mit, dass wir nach Spanien umziehen werden.

Den Entschluss nach Portugal zu gehen, konnten wenige nachvollziehen – der Umschwung nach Spanien fand noch weniger Verständnis und mehrfach wurde meine Zurechnungsfähigkeit und mein Verantwortungsbewusstsein in Frage gestellt.

Tatsächlich hatte ich in Deutschland auch ein sehr schönes Leben und alles war so gut eingerichtet. Angefangen bei dem schönen Haus im Vorort von München, bis hin zu der Tätigkeit als Rechtsanwältin in der Kanzlei mit meinem Vater. Mann und Kinder fühlten sich anscheinend auch wohl und „eigentlich“ war doch alles gut. Insofern stoß mein Wunsch nach Veränderung auf Unverständnis und wurde die Midlifekrise gerne als Erklärung herangezogen.

Ich brauchte zum Glück weder Verständnis noch Erklärungen. Ich wusste ganz klar, dass diese Chance auf Veränderung für meine Familie und mich ein Geschenk   war, das ich annehmen wollte.

Diese innere Klarheit und der Drang in den Süden zu gehen, waren so stark, dass ich mich von keinen eigenen und keinen fremden Zweiflern abhielten ließ.

Und immer dann, wenn ich doch mal wieder zweifelte, erinnerte das Universum mich an meine Bestimmung. Dann kamen von irgendwoher klare Wegweiser. Sie zeigten sich in der Meditationen während einer Auszeit im Yoga, durch inspirierende Posts bei Facebook, durch Gespräche mit unzufriedenen Daheimgebliebenen usw.

Die ganze Umsiedelung war dann auch durchzogen von „glücklichen Zufällen“.

Ohne großartigen Plan fügte sich alles bis zum letzten Schritt – besser hätte es nicht laufen können. Ich bin davon überzeugt, dass dank dieser „Planlosigkeit“ das Universum genug Platz hatte, um mich zu unterstützen. Ohne verrückte „to do Liste“ organisierte ich den Umzug und vermietete unser Haus in Deutschland optimal.

Wir hatten auf diesem Weg so viele unzählige „glückliche Zufälle“, dass unser Vertrauen eine logische Folge war.

Deswegen unterzeichneten wir dann auch den Mietvertrag für ein Haus, das wir zuvor nicht gesehen hatten und von dem wir nur wussten, dass es ungefähr so war wie ein anderes, das wir im Internet gesehen hatten.

Vieles war „crazy“ – crazy im guten Sinne. So war das Haus dann auch einfach perfekt für uns.

Als ich es das erste Mal betrat, war ich sprachlos. Es hatte genau die features, die ich mir gewünscht hatte… Große Fenster, moderne Küche, Blick ins Grüne und auf Pool usw.

Und so ging es die ganze Zeit weiter. Unsere Kinder fühlen sich auf der offenen und toleranten Schule sehr wohl, erfahren die Toleranz und Offenheit, die nur im direkten Austausch mit anderen Kulturen spürbar ist. Sie lernen spanisch in ihrem Rhythmus und haben kein Problem damit, einiges nicht zu verstehen.

Inzwischen sind wir seit über einem Jahr hier und ich bin (fast) jeden Tag dankbar, hier leben zu dürfen.

Natürlich kamen und kommen in dieser Zeit auch Zweifel und Fragen hoch und kann ich viele Fragen nach der Zukunft nicht beantworten. Ich weiß nicht, wie lange wir hier bleiben, was passiert, wenn jemand schwer krank wird und ob wir unser Haus in Deutschland verkaufen.

Ich brauche aber auch keine Antworten darauf. Wenn die Fragen aktuell sind, kann ich mich damit auseinander setzen.

Jetzt sind sie es nicht. Jetzt lebe ich hier meinen Traum.

Ich muss nicht mehr wissen, was in 2 Jahren los sein wird. Das weiß ohnehin niemand und die meisten Pläne sind nur Konstrukte, um die Unwissenheit auszuhalten.  Wenn die Zeit reif ist, werde ich handeln.

Ich brauche keine alten Muster mehr um mich daran fest zu halten und so lasse ich Schicht für Schicht altes gehen und bin neugierig, was sich zeigt.

Das ist natürlich ein Prozess mit Höhen und Tiefen.

Vieles zeigt sich, was ich ungern an mir selber wahrnehme. Inzwischen ignoriere ich das nicht mehr, sondern schaue hin um zu transformieren. Zum Glück zeigt sich mindestens genauso viel Unbekanntes, das ich großartig finde und voller Freude und Lebendigkeit annehmen kann.

Diese teilweise sehr turbulenten Zeiten könnte ich ohne meine Yogapraxis nie so aufrecht durchschreiten.

Manchmal ist es, als ob der innere Kompass benebelt. Dann weiß ich plötzlich nichts mit mir in dieser wunderbaren Freiheit anzufangen, mache mir Sorgen um die Zukunft der Kinder oder verzettle mich mit lauter neuen Ideen.

Zum Glück habe ich genau in solchen Fällen das Kundalini Yoga und die Lehren von Yogi Bhajan und Shiv Charan Singh zur Hand – und kann mich damit aus diesen wabbligen Energiefressern herausziehen.

Tägliche Meditation und Rezitation vom Japji habe ich inzwischen als notwendig erkannt, um mein Unterbewusstsein zu reinigen, meine Frequenz und mein Bewusstsein zu erhöhen oder wenigstens zu haltenhalten.

Texte und die Beschäftigung mit den Zahlen und Worten stärken mich zudem auf meinem Weg.

Ich möchte immer noch am liebsten allen lautstark raten ebenfalls Kundaliniyoga zu machen und so für sich selbst zu erkennen, dass und wie sie ihr Leben SELBER gestalten können.

Inzwischen bin ich aber älter (weiser?) geworden und habe erkannt, dass jeder seinen eigenen Weg und sein eigenes Tempo hat . Es ist für mich vergebliche Liebesmüh, auf die Leute einzureden.

Stattdessen stecke ich jetzt meine Energie in meinen Yogaunterricht, meine Bücher und in diese Webseite – in der Hoffnung damit viele Menschen zu inspirieren.

Sat Nam