Genau das schoss mir durch den Kopf, als ich meinen inneren Konflikt erkannte. Ständig kaufte ich in Plastik verpackte Produkte, und tat so, also ob es mich nicht stören würde.

Ich will kein Plastik mehr kaufen, ich will nicht die Verpackung im Supermarkt lassen (was in Spanien ohnehin nicht vorgesehen ist), sondern ich will nichts mehr mitnehmen, das in Plastik ist.

In Deutschland konnte ich mich mit diesem Versuch der Selbsttäuschung ganz gut arrangieren, immer wieder gab es  aufbauende Einkäufe auf dem Markt und im Bioladen. In Spanien kam dann der Schock: hier ist alles in Plastik verpackt.

Es gibt keine Pfandflaschen und auch so gut wie keine Flaschen aus Glas. Nur Alkohol kommt in Glasflaschen, Wasser nur besonders salziges, das ich absolut nicht mag.

Plastiktüten in Hülle und Fülle. Wer Obst anfasst, soll bitte dazu einen Plastikhandschuh anziehen – natürlich Einweg. Um das Obst dann in die Plastiktüte zu packen. Natürlich pro Sorte eine gesonderte Tüte, damit auf jede Tüte der passende Aufkleber kommt.

IGITT!!

Ich habe also mehr Leitungswasser getrunken, das nicht gut schmeckt aber immerhin gefiltert ist (Filter und Wasserwerte werde ich mir die Tage mal anschauen, da graust es mir schon vor diesem Thema…).

Aufkleber habe ich direkt auf Obst geklebt und mich durchgesetzt, dass ich keine Plastiktüte will. Und dann habe ich versucht mich daran zu gewöhnen, dass es unzählige Dinge gibt, die alle in Plastik verpackt sind. Ich habe versucht, mir vorzumachen, dass das nicht so schlimm sei und ich keine Alternative hätte.

Diese Selbsttäuschung belastete mich und ich beschloss, etwas zu verändern – anstatt so zu tun, als ob ich nichts ändern könnte.

Damit habe ich angefangen:

  • In der Schule: Beim Treffen der Elternsprecher wurde mir auch empfohlen, mich daran zu gewöhnen, schließlich sei ich jetzt in Spanien und da werden eben Pausenbrote in Plastik- und Alufolie verpackt.

Ich hatte vorgeschlagen, dass bei den von Elternvertretern organisierten events kein Alu und nur Mehrweggeschirr verwendet wird. Wurde abgelehnt, das sei für die Eltern zu aufwendig. Nicht die Vorbereitung, sondern das Verwenden von Mehrweggeschirr.

Ich bestand für „meine“ Klasse darauf und teilte das den Eltern mit. Und stellt Euch vor, sie brachten Mehrwegbecher mit!! Es geht also doch. Die anderen Elternvertreter haben dann nichts organisiert, schade.

Für weitere Events möchte ich mit der Schule reden- als Schule die an das europäische Amt für Urheberrecht und Markenrecht angegliedert ist könnten die doch etwas „fortschrittlich“ sein. Wenn Geld gesammelt wird für gute Projekte, könnte nach meiner Meinung auch ein Bewusstsein für das Thema Plastik geschaffen werden.

Das Amt verwendet Papierbecher und keine Plastikbecher. Ist ja schon mal ein toller Unterschied, warum keine Porzellanbecher? Das werde ich noch klären. Mein Spanischlehrer freut sich schon drauf. Er ist sehr ökologisch eingestellt und möchte eine bargeldlose Gemeinschaft gründen. Mit Begeisterung erklärt er mir spanische Defizite…

 

  • Daheim: Heute habe ich einige Sachen nicht gekauft, weil sie in Plastikverpackungen sind. Ich weiß nicht wie machbar mein Vorhaben ist. Ich werde es jetzt einfach ausprobieren und hoffe auf die Geduld meiner Familie…

 

Es fühlt sich sehr gut an, statt mir selber was vorzumachen kann ich jetzt handeln. Daher werde ich mich jetzt mal schlau machen, was ich alles plastikfrei online bestellen kann.

Und ich werde mich von meiner geliebten Knoblauchmayonnaise verabschieden, die gibt es nämlich nur in diesen gelben Plastikbechern. Mal sehen, wie die Selbstgemachte schmeckt!