Was haben kochen und Dein Flow gemeinsam? Wenn Du so kochst, wie es mir manchmal passiert, können da einige Gemeinsamkeiten zusammenkommen.

Es passiert ungeplant – nur die Uhrzeit steht fest.

Ich weiß nicht, was es geben wird und fange einfach mal mit Kartoffeln kochen an.

Während die im Thermomix kochen gehe ich Kind abholen, dann fällt mir der Schafskäse ein. Der passt gut zu Kartoffeln, Tomaten sind auch noch da.

Dann fällt aus meinem Kühlschrank (aufgrund bevorstehenden Besuchs ist der übervoll und unaufgeräumt) Soja Hackfleisch und entdecke ich beim Aufräumen Bechamelsauce.

Zwiebeln und Gewürze habe ich immer da. So entsteht ein schmackhafter Auflauf.

Das hätte ich auch nach Rezept oder mit konkreter vorheriger Planung machen können, so ist es stattdessen in dem Moment entstanden und wurde so, wie ich es in dem Moment wollte.

Wenn ich es vorher geplant hätte, wäre etwas anderes entstanden, hätte ich die Reste nicht so schmackhaft genutzt, hätte ich vielleicht einkaufen gehen müssen usw.

Ich wäre auf jeden Fall damit beschäftigt gewesen.

So war ich es nicht und konnte meine Zeit anders nutzen.

Mangels geplanter Vorgehensweise konnten die Sauce und Hackfleisch auch verwertet werden, hatte der „Zufallsmoment“ Raum. Das ist es, was ich unter „laufen lassen“ verstehe.

Und so kann auch Zeitmanagement aussehen. Ich will mir nicht einreden lassen, dass ich meine Nahrungszufuhr komplett durchstrukturiert und geplant als task in den Timer setzen soll – um dann mehr Zeit für den Flow zu haben.

Zeit für den Flow ist ohnehin dämlich. Das ist ein Zustand, der ist da oder nicht. Ich kann das nicht timen. Auch wenn wir das gerne in unserer strukturierten Gedankenwelt so hätten – nach meiner Meinung ist das nicht möglich.

Ich kann mir Auszeit, Zeit zum Entspannen usw. nehmen, aber ich kann den Flow nicht ein- und ausschalten. Auf verschiedene Weise kann ich meinen Zustand verändern, aber „kontrollieren“ lässt sich der Flow nicht.

Was für ein Widerspruch: „kontrollierter Flow“.

In kleinen Einheiten, im Alltag, können wir uns darin üben, Kontrolle und Perfektionismus loszulassen und DAS zu sehen, was der Moment bietet und was er von uns fordert.

Indem wir uns immer wieder auf den Moment einlassen, üben wir uns darin und können dies dann auch langsam auf die großen Themen übertragen. Schritt für Schritt. Immer wieder und wieder – und wenn dann zwischendrinnen diese Moment kommen, in denen es wie von alleine läuft, weißt Du warum es Sinn macht, nicht alles straff durchzuplanen.

Natürlich ist eine gewisse Struktur hilfreich um loszulassen-ein Struktur in der der Moment voll erfahren werden kann 🙂