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Meditation befähigt uns die eigenen Gedanken zu beobachten. Manchmal gelingt das kurz und wir erwischen nur ein paar Gedanken, manchmal können wir uns länger beim Denken beobachten und die einzelnen Gedankenzüge wahrnehmen.

Soweit so gut – so ist das in der Meditation.

Im Alltag funktioniert das auch öfters, leider allerdings oft sehr oberflächlich und kommt das dicke Ende dann gerne zum Schluss.

Wir hatten Quallenalarm am Strand. Mit roter Flagge wardas Baden verboten, die hochgiftigen portugiesischen Galeerenquallen trieben hier ihr Unwesen; eigentlich sollten sie sich laut biologischer Fachleute ganz woanders tummeln….

Auch Gedanken können quallenartige Strukturen haben und sich in unserem Feld tummeln.

Sie berühren mich zunächst ganz sanft und ich bemerke es, „denke“ die Berührung zu erkennen und damit die Gefahr gebannt zu haben.

So ging es mir neulich, als jemand zu mir wieder Kontakt aufnahm, den ich eigentlich aus meinem näheren Umfeld entlassen hatte – weil diese Person meine Gedanken und Gefühle zu schwer und zähflüssig werden ließ. Mir war klar, dass der erneute Kontakt nicht gut war, dachte aber mit dem hinreichenden Bewusstsein mein Verhalten diesmal anders steuern zu können.

Also beobachtete ich brav meine Gedanken und versuchte das Karussell immer mal wieder zu stoppen.

Ganz langsam spürte ich dann, wie das Karussell seine Form änderte und die einzelnen Gedanken zu klebrigen Fäden -Tentakeln- wurden. Die wurden immer häufiger und immer dicker und immer klebriger und schließlich immer schwerer zu stoppen.

Wie bei einer Qualle.

Die kleinen zarten Tentakel machen erstmal nichts – aber dann kommt der dicke Batzen und der setzt sich plötzlich fest und der macht dann schon was!

So geht es mir jetzt gerade. Der Batzen ist noch nicht da, das Bewusstsein leuchtet noch hindurch. Allerdings weiß ich um das Gift dieses Batzens (die portugiesische Galeerenqualle ist u.U. tödlich) und bin daher in leichter Alarmbereitschaft. Jetzt gilt es nicht vor Furcht zu verharren, sondern das Schwert auszupacken und die Tentakel abzuschneiden.

Das gelingt durch Präsenz. Darin übe ich mich dann ganz bewusst:  Atmen mit Anwendung meines Nabels. Projektion über meine Bogenlinien.

Und in dem ich den Ursprung des Gedankens erfasse, ihn mir bildlich vorstelle und zuschaue, wie er fällt und sich auflöst.

Yogi Bhajan rät ganz klar: „do not solve your problems. Drop them“. Er rät nicht zu Lösungen, sondern die Probleme fallen zu lassen. Das ist für mich noch stärker als sie loszulassen. Das Bild, wenn etwas fällt, ist der Schritt der nach dem loslassen kommt; wenn ich mir das vorstelle, bin ich also schon weiter und habe bereits losgelassen. Das Thema „fällt“ weg.

Dann brauche ich mich nicht mehr mit dem Loslassen beschäftigen – und mich den Fallstricken auseinander zu setzen, sondern ich lasse es einfach fallen. Dieser Unterscheid ist für mich wesentlich – es ergibt sich ein anderes Bild. Und hat bei den quellenartigen Gedanken dieses Mal wieder geholfen.

Danke Yogi Bhajan für diesen feinen Unterschied in Deiner Wortwahl!